Das Coop-Warenverteilzentrum in Wangen bei Olten erfährt eine Erweiterung um zwei moderne Neubauten: eine neue Bahnhalle im Süden und ein weiteres Hochregallager.
Die Erweiterung des bestehenden Zentrums erfolgt im Südwesten des Geländes, zwischen dem bestehenden Hochregallager und der Bahnlinie. Das neue, automatisierte Hochregallager wird in etwa die gleiche Grösse wie das bestehende Lager einnehmen, mit einer beeindruckenden Höhe von 27 Metern. Durch eine Rettungsgasse, den sogenannten «Canyon», wird das Hochregallager von der neuen Bahnhalle getrennt. Diese neue Halle ist auf mehreren Etagen ein multifunktionales Logistikzentrum, in dem Speditions- und Lagerflächen, aber auch anderweitig genutzte Flächen untergebracht und bei Bedarf flexibel umfunktioniert werden können.
Die Bahnhalle wird durch Bahngleise, die in das Gebäude eingeführt werden, erschlossen und bietet an der Westseite sieben Andockstellen für Lkw. In diesem westlichen Teil des Gebäudes sind auch Büroflächen in den oberen Etagen eingeplant. Die Bahnhalle wird mit einer Höhe von etwa 17 Metern aus dem Terrain herausragen, wobei eine optionale Aufstockung bis auf die Höhe des Hochregallagers bereits statisch vorgesehen ist.
Besondere Herausforderungen und innovative Lösungen
Das Projekt steht vor einer Reihe von Herausforderungen, insbesondere aufgrund der sehr beengten Platzverhältnisse und der Nähe zu den Gleisanlagen. Die Baustellenlogistik muss präzise geplant werden, um den laufenden Betrieb des angrenzenden Warenverteilzentrums und die Anlieferungen nicht zu stören. Besonders anspruchsvoll ist die gleichzeitige Arbeit an der Baustelle und die Aufrechterhaltung des Betriebs des bestehenden Zentrums.
Ein weiteres Highlight des Projekts ist der Einsatz von BIM2Field, einer digitalen Planungsmethode, die eine papierlose Baustelle ermöglicht. Dadurch wird eine präzise Planung der Schalungen und Bewehrungen mit Hilfe von Modellen und digitalen Plänen möglich. Um den CO₂-Fussabdruck des Projekts zu minimieren, wurde zudem eine Betonanlage vor Ort errichtet, die vorwiegend Recycling-Beton produziert und so den Lkw-Verkehr reduziert.
Ein zentraler Aspekt der Planung war die statische Berücksichtigung einer optionalen Aufstockung des Gebäudes sowie die Überspannung der Gleisanlagen mit vorgespannten Unterzügen. Eine weitere Herausforderung war die Untergrabung des bestehenden Gebäudes für die Installation eines Fluchttunnels sowie die allgemeine Planung am und teilweise auch im Bestand.Die komplexe Koordination der Werkleitungen auf dem gesamten Areal und der Pressvortrieb für die Bachunterquerung stellen zusätzliche technische Herausforderungen dar, die mit höchster Präzision gelöst werden müssen.
Die Erweiterung des nationalen Warenverteilzentrums ist ein Paradebeispiel für moderne Logistikplanung, innovative Bauverfahren und präzise Umsetzung unter besonderen Rahmenbedingungen. Wir freuen uns, dass wir massgeblich zum Erfolg des Projekts beitragen dürfen!