Basel

Bauherr: MCH Messe Schweiz (Basel) AG, Basel
Auftraggeber: HRS Real Estate AG, Basel
Architekt: Herzog & de Meuron Basel Ltd., Basel
Projektphase: Projektierung, Ausschreibung, Realisierung
Planung & Realiserung: 2009 - 2013
Baukosten Total / BKP2: CHF 430 Mio.
Leistungsumfang: Tragwerksplanung

Projektbeschrieb

Die Messe Basel möchte ihre Ausstellungflächen massiv vergrössern und modernisieren. Dazu werden die bestehenden Hallen 1 und 3 rückgebaut und durch einen neuen 220 m langen, 90 m breiten und 32 m hohen Hallenkomplex ersetzt. Im Bereich des Messeplatzes wird das Gebäude im Erdgeschoss unterbrochen. Es entsteht ein überdachter Aussenraum mit einem grossen Lichthof, der City-Lounge. Auf den drei Geschossen sind Ausstellungsflächen geplant, auf denen mehrgeschossige Messestände montiert werden können. Im südlichen Hallenteil entsteht zudem eine multifunktionale Eventhalle im Erdgeschoss. Das Untergeschoss wird so ausgebildet, dass die Anlieferung mit grossen Lastwagen rund um die Uhr gewährleitstet werden kann.

Das Tragwerk besteht aus einer Mischkonstruktion aus Stahlbeton, Elementbeton und Stahlbau. Die Spannweiten zwischen den Stützen betragen in der Regel ca. 16 - 26 m. Die Decken mit Nutzlasten von 1‘000 - 1‘200 kg/m² werden in einem Grundraster aus massiven, geschweissten Blechträgern überspannt. Als sekundäres Tragsystem werden vorfabrizierte und vorgespannte Betonträger auf den Hauptträgern montiert, auf denen wiederum vorfabrizierte Beton-Elementplatten aufliegen. Die Deckenkonstruktion wird mit Überbeton für die Verbundwirkung ergänzt.

Die verwundene Formgebung der Fassadenflächen und der City-Lounge-Öffnung ist nur mit einer räumlichen Modellierung des Stahlbaus und der Betonkonstruktion abbildbar. So konnte jeder Anschluss für die Fassade millimetergenau vorbereitet werden. Durch diese spezielle Architektur ist jedes Bauteil ein Unikat, so dass es quasi keine wiederholenden Elemente gibt.
Die geplante Eventhalle erfordert eine stützenfreie Saalfläche mit den Abmessungen von 65 x 46 m. Dadurch mussten die Gebäudestützen aus den beiden darüber liegenden Hallengeschossen über raumhohe Fachwerke aufwendig abgefangen werden. Ebenso musste im Bereich der City-Lounge das Gebäude über 65 m mit Hilfe von raumhohen Abfangfachwerken überspannt werden. Infolge der hohen Kräfte waren hier heikle Baustellenschweissungen notwendig. Zahlreiche Auskragungen an den betonierten Erschliessungskernen komplettieren die statischen Herausforderungen des Gebäudekomplexes. Die Hallenböden werden für die Messestände in einen Grundraster mit sämtlichen Medien durch sog. Mediensatelliten versorgt. Die Koordination der Haustechnik mit dem Tragwerk war eine besonders aufwändige Aufgabe. Diese Vielzahl von Leitungen mussten minuziös geplant und als Durchdringungen in den vorfabrizierten Trägern und Platten vorgesehen werden.

Die Montage der Hallen musste in drei Etappen erfolgen, da nur sehr begrenzte Zeitfenster zwischen den Messebetrieben zur Verfügung standen. Aus diesem Grund mussten sämtliche Ausführungspläne vor Baubeginn fertig gestellt werden, damit die Bauarbeiten in einem Rekordtempo ausgeführt werden konnten.
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